Von Hoffnungen und Enttäuschungen – Kreisligaalltag bei 1817 Mainz
Nachdem die Saison 2008/2009 mit Platz 6 die beste Platzierung der letzten 10 Jahre mit sich brachte, war die Aufbruchstimmung für die neue Saison wie immer groß. Doch die vergangenen Jahre haben uns zu oft gelehrt, dass man auf dem Weg zum Erfolg in kleinen Schritten gehen sollte, um nicht wieder zu tief zu fallen. Daher fiel die Zielsetzung für die aktuelle Saison geringer aus, als manch einer sich das vielleicht gewünscht hätte, aber im Auge des neutralen Beobachters durchaus vernünftig. Platz 4 wollten wir erreichen und uns so nach und nach in der Spitzengruppe der Kreisliga Südwest etablieren, um irgendwann einmal tatsächlich die notwendige Konstanz für einen Aufstiegskampf zu haben.
Konstanz ist jedoch wie jedes Jahr unser größtes Defizit, was nicht verwunderlich erscheint, da unsere Spielerdecke seit Jahren mehr als dünn besetzt ist. Zwar haben wir mit Helmut Becker, Max Hein und Sven Keil drei hervorragende Neuzugänge im Team, doch gleicht sich dies mit dem Abgang von Tobias Buder und dem Wechsel von Jörn Dürer und Jens Kerckhoff in die zweite Mannschaft allein von der Spielerzahl aus, so dass wir nicht erwarten durften eine zu volle Bank in dieser Saison zu haben.
Nun hat uns bei Spielen eine dünne Spielerdecke noch nie geschadet, doch bemerkt man die fehlenden Spieler sehr wohl im Training. Seit der Trennung der Trainingseinheiten von erster und zweiter Herrenmannschaft vor drei Jahren kommt es seltenst vor, dass mehr als acht Spieler zum Training erscheinen können, was das Trainieren von Abläufen und gemeinsamen Laufwegen in einem sechs gegen sechs rein rechnerisch unmöglich macht. Man wundert sich natürlich, warum insgesamt drei Trainingszeiten zur Verfügung stehen, die allesamt schlecht besucht sind, aber als es darum ging, eine Hallenzeit an die Damen der Mainz 05er abzugeben, nicht einfach entschieden wurde, aus drei schlecht besuchten Trainingseinheiten zwei gut besuchte zu machen.
So ist für uns das beste Training das wöchentliche Spiel. Diese Erkenntnis spiegelt sich darin wieder, dass die Saison unglaublich schlecht gestartet ist. Ein Punkt aus den ersten Fünf Spielen, dabei diverse Spiele leichtfertig aus unerklärlichen Gründen in den letzten Minuten verschenkt, was Mitte der Hinrunde den letzten Platz für uns bedeutete.
In diesen Spielen war die besagte dünne Spielerdecke über die Maßen strapaziert, da wir sowohl Verletzungen als auch Abwesenheit aus anderen Gründen verkraften mussten. Nachdem die Verletzten zurückkamen, gab es ein kurzes Zwischenhoch mit Siegen gegen Sobernheim und Bodenheim, womit wir uns vom letzten Platz verabschieden konnten. Doch der Aufwind hielt nicht lange an, denn in dem folgenden Spiel gegen den Spitzenreiter Saulheim gerieten wir mit 20:40 unter die Räder und im Spiel gegen Gonsenheim nahm die Misere ihren Höhepunkt an, als wir mit nur 4 Spielern der ersten Mannschaft aufliefen, während die Gonsenheimer, die einer Spielverlegung nicht zugestimmt hatten, alles aufboten was sie hatten. Dieses Spiel verloren wir mit 27:34 für die Umstände knapper als erwartet. Jedoch brach sich die Unzufriedenheit ihre Bahn und unser Sportskamerad Mathieu Jung meldete sich für den Rest der Saison vom Spielbetrieb ab.
Das ist natürlich die Arschkarte für die verbleibenden Spieler, die sich nun mit noch einem Mann weniger Woche für Woche den Arsch aufreißen dürfen *.
Aber nichtsdestoweniger haben wir eben dies getan und es kam die Wende. Nach dem Gonsenheim-Debakel holten wir 4 Siege in Folge, die längste Siegesserie, die ich persönlich mit den 17ern erlebt habe. Darunter schlugen wir zweimal in Folge mit Nieder Olm und Alzey den jeweils Zweitplatzierten und wir arbeiteten uns auf den 5. Rang empor.
Leider hielt unser Glück nicht an und wir versagten zuletzt gegen die als einzige in der Liga noch von uns ungeschlagenen Zotzenheimer. Aber dies tut nichts zur Sache.
Jetzt kommt Bretzenheim. Jetzt werden wir gewinnen. Und beim nächsten Mal schreibe ich, dass wir vierter Platz geworden sind.
Auf geht’s, 17er auf SIEG!
Euer Jörg Diehl, Kreisläufer
: Der Autor entschuldigt sich für die übertriebene Verwendung des Wortes Arsch, aber die Aktion war echt arschig
Die Mannschaft (01.03.2010)

von hinten nach
vorne, von links nach rechts:
Markus Franke, Sven Keil, Helmut Becker, Jens Diehl, Max Hein, Kai Stahlecker,
Frank Vornholt, Jörg Diehl, Jochen Wetzel, Hans Christoph Lachnitt, Sascha
Dörrschuck (Trainer) * *
**: da kein aktuelles Foto zu Stande kam, wurden Archivbilder verwendet
Die 1. Mannschaft ist ein bunter Haufen verrückter und lustiger Kerle. Der bunte Haufen (siehe Bild) geht durch Dick und Dünn und freut sich über jede Unterstützung an den Spieltagen und Ausrüstung. Besonderer Dank geht da auch an die Familien die immer auf die Männer verzichten müssen.
Wir bedanken uns bei den Firmen
edicto GmbH -
Communication & Investment Services und
Industriepark
Kalle-Albert für die tolle Unterstützung!
Alle Heimspiele finden in der Mainzer
Schloßsporthalle, Diether-von-Isenburg-Straße
(Eingang Greiffenklaustraße) statt.
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